Amerikanische Chiropraktik

Grundlagen


Das Zentralnervensystem wird von Gehirn und Rückenmark gesteuert. Es ist das übergeordnete Kontrollsystem für alle Körperfunktionen. Die Kontrolle und Regulation aller Körperorgane erfolgt über komplexe Nervenimpulse, die im Gehirn erzeugt werden. Danach werden die Signale über das absteigende Rückenmark geleitet, um alle Körperteile mit diesen lebenswichtigen Informationen zu versorgen. Die Nachrichten werden also über die Nervenkanäle vom Gehirn zu den Organen transportiert, aber auch umgekehrt werden Organimpulse auf gleichem Weg zurückbefördert. Dies ermöglicht dem Gehirn die Kontrolle und Regulation aller körpereigenen Systeme, mit dem Ziel, eines harmonischen Ganzen der Gesundheit.

Seit Beginn der Chiropraktik, vor über 100 Jahren in den USA entwickelt, basiert die Heilweise auf dem medizinisch unumstrittenen Fakt, dass das Nervensystem jede Körperfunktion, jede Zelle, jedes Organ und alle Organsysteme koordiniert und kontrolliert.

Während das Gehirn durch das massive Schädelgehäuse geschützt wird, ist das Rückenmark, durch 24 Wirbelkörper verlaufend, viel leichter verwundbar. Wenn diese durch Bandscheiben getrennten Wirbel in ihrer normalen Position verändert sind, wird das Nerven- und dessen Ernährungs- und Versorgungssystem in mehrfacher Weise irritiert. Die Funktion der Organe oder Organsysteme werden der Kontrolle und der Koordination des Nervensystems entzogen, es kommt zu einem vertebralen Subluxationskomplex.

Chiropraktik kann diese Fehlfunktionen erkennen und mit der Kunst der Korrektur, die Selbstheilung des Körpers auf die natürliche Weise fördern.Der Chiropraktiker wendet sanften, kontrollierten und gezielten Druck an verschiedenen Bereichen des Bewegungsapparates an, um die versagenden Kompensationsmechanismen des Körpers wieder herzustellen. Diese Arbeit soll alle Probleme berichtigen, die sich mit dem Informationsfluss vom und zum Gehirn ergeben können.

Nur der Körper selbst besitzt die Fähigkeit, sich selbst zu heilen.

Was bedeutet S.O.T.?

S.O.T. steht für Sacro-Occiptial-Technik. Es ist ein in den USA entwickeltes, fortschrittliches und vor allem bewährtes, sanftes Konzept der Chiropraktik. In Deutschland ist es relativ neu und bisher wenig verbreitet. Es wurde vor ca. 50 Jahren durch die beiden Pioniere der Osteopathie und Chiropraktik Dr.MB.DeJarnette, DC, und Sutherland über zahlreiche Untersuchungen, Studien und klinische Anwendungen weitergestaltet und vervollkommnet. Über mehr als ein halbes Jahrhundert hat Dr.DeJarnette jeden Aspekt der Anatomie und Physiologie untersucht, studiert und dabei herausgefunden, dass im Sinne der Sacro-Occipital-Technik menschliche Strukturstörungen in drei Kategorien einzuteilen sind.

Kategorie I: Blockade des ISG
Kategorie II: Trennung des ISG
Kategorie III: Bandscheibenvorfall

Chiropraktik ist Wissenschaft, Kunst und Philosophie, die sich um die Beziehungen zwischen dem Nervensystem und der Funktion des Körpers, also die Gesundheit bemüht.

Für wen ist Chiropraktik geeignet?

Patienten von Chiropraktikern sind Menschen aller Altersklassen, mit Problemen an ihrem Bewegungssystem.

Optimal wäre es, wenn bereits Kinder und Jugendliche – ähnlich wie beim Zahnarzt – einmal jährlich eine Wirbelsäulenuntersuchung bei einem gut ausgebildeten Chiropraktiker durchführen lassen. Diese Vorsorge erkennt Fehlhaltungen frühzeitig und vermeidet spätere, meist kostenintensive Behandlungen.

Jugendliche, Leistungssportler und Menschen mit beruflich/schulisch bedingten Haltungsproblemen sollten sich besonders angesprochen fühlen.

Aber auch im Alter kann der Chiropraktiker oft helfend eingreifen, soweit das körpereigene Regulationssytem dies noch zulässt.

Es ist nie zu früh und selten zu spät, sich vom Chiropraktiker untersuchen/behandeln zu lassen.

Professionelle Chiropraktiker arbeiten sanft

Die Zeit, wo eingerenkt, geknackt und gekracht wurde, ist vorbei. Bei den zahlreichen Behandlungsmethoden, die seit 100 Jahren entdeckt und ständig perfektioniert wurden, gibt es keine guten oder schlechten Methoden, sondern nur risikoreiche bzw. risikoarme. Versierte Profis verwenden die sanften (risikoarmen) Systeme, die keine Belastung für den Patienten mit sich bringen. Justierungen werden passiv durchgeführt, d.h. der Patient wird z.B. auf Blöcken und Schaumstoffrollen gelagert und sein Atemsystem bewirkt eine Selbstjustierung des Beckens und der Wirbelsäule.

Beschwerden am Bewegungsapparat äußern sich erst sehr spät mit Bewegungseinschränkungen oder Schmerzen. Darum ist das Erkennen früh auftretender Symptome so wichtig.

Auch ein Schleudertrauma sollte sofort nach dem Unfall (Unfallarzt/MRT/Röntgen) vom Chiropraktiker behandelt werden.

Hier einige Zeichen, die man aus Sicht der professionellen Chiropraktik beachten sollte:

  • Störungen innerer Organe
  • Hautirritationen
  • Schlaflosigkeit
  • Taubheit in Gesicht, Armen und Beinen
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Nervosität
  • Gewichtsprobleme
  • Kieferprobleme
  • Nackenschmerzen
  • Ohrenschmerzen
  • Ohrensausen
  • Verlust des Gleichgewichts
  • Migräne
  • Schulter-, Arm- und Handschmerzen
  • Brustschmerzen
  • Leistenschmerzen
  • Oberschenkelschmerzen
  • Knie-, Knöchel- und Fußprobleme
  • Schmerzen, die an der Hinterseite des Beines nach unten ziehen
  • Brennende Empfindungen am Bein
  • Nadelstiche am Bein
  • Enge im Bein
  • Taubheit in Bein oder Rücken
  • Mangelnde Kontrolle über Darm oder Blase
  • Schmerzen beim Sitzen, Aufstehen und Husten
  • Kältegefühl in den Gliedmaßen

Die Ziele Ihres Chiropraktikers

Zwei Ziele stehen zunächst im Vordergrund:

  1. Sie möglichst schnell und nachhaltig vom Schmerz zu befreien.
  2. Den Stress auf das Bewegungssystem zu eliminieren, um so eine dauerhafte Heilung einzuleiten.

 

Der durch irritierte Nerven hervorgerufene Streß ist die größte Form der gesundheitlichen Störung auf das Bewegungssystem. Chiropraktiker helfen, diese Störung zu beseitigen, sodass der Körper wieder seine normale Funktionen ausführen kann und der natürliche Heilungsprozess eingeleitet wird. Dies schließt die Muskulatur ebenso ein wie das Körpergewebe, die Nerven und die Gelenke.

Die Kompensationsmechanismen unseres Körpers sind enorm. Schon bevor wir die ersten Symptome bewußt wahrnehmen, hat der Körper eine ganze Reihe von eigenen Versuchen unternommen, um das drohende Unheil abzuwenden.

Und was tun wir?

Wir hoffen, das Problem reguliert sich von selbst…
Wir denken, das Leben wird`s schon richten…
Wir beten, vielleicht geht alles bald vorbei…

Chiropraktik und die Symptome

Jemanden vom Schmerz zu befreien, ist die eine Sache, einen natürlichen Heilungsprozess einzuleiten, eine andere. Das Maß wahrer Gesundheit ist nicht, symptomenfrei zu sein, sondern der Melodie des Lebens die Richtung zu weisen, um Liebe und Erfüllung zu finden. Professionelle Chiropraktik lehnt die Behandlung von Symptomen ab. Nicht zuletzt, weil viele Symptome notwendiger Teil des Heilungsprozesses sind.